Johannes 12, 20-26

Kaum haben die Führenden des Volkes festgestellt: „Alle Welt läuft ihm nach“ (V. 19), da melden sich auch schon die ersten Heiden. Durch die Vermittlung der Apostel Philippus und Andreas, wegen ihrer Herkunft aus Betsaida vertraut im Umgang mit Fremden, wenden sich „einige Griechen“ an Jesus.

Meister, wir möchten dich sehen. Kennen wir diesen Wunsch nicht auch von den ersten Jüngern, vom blinden Bartimäus, von Zachäus von den Soldaten bei der Gefangennahme z.B. und von uns? Jesu Antwort überrascht. Er sagt nicht: „Ich bin’s oder kommt und seht!“ Er spricht über „die Stunde“ die herannaht, die Stunde der Verherrlichung, der Offenbarung, der Schauung.

Dann erst wird Jesus „alle an sich ziehen“, auch die Heiden. Dann erst können sie Jesus finden und ihn in seiner wahren Identität als verherrlichter Gottessohn erkennen. Dann erst werden sie ihm folgen und ihm dienen auf seinem Lebensweg, in bewegter und bewegender Liebe und Hingabe. Und wir als nachösterliche Gemeinde: spüre ich, wie Jesus zieht, an sich zieht und zum Vater hinzieht?

Und wie antworte ich darauf?

Sr. Ruth Meili CCR